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Mai-Wandern im Mugello, umgeben von landschaftlicher Schönheit und verborgenen Kulturschätzen

Veröffentlichungsdatum  Montag, Mai 5, 2025

Da nun der Frühling in Fahrt kommt und die Tage länger werden, ist der Mai der ideale Monat, um in die Schönheit des Mugello einzutauchen, zumal dieses Gebiet in der nördlichen Toskana wirklich viel zu bieten hat in Bezug auf Geschichte, Kunst und malerische Landschaften. Abseits vom Trubel der Stadt gibt es hier zahlreiche Wanderwege, die sich durch weite, blühende Felder, dichte Wälder und alte Dörfer schlängeln.

In diesem Artikel nehmen wir Sie mit auf eine Entdeckungsreise, auf drei einzigartigen Routen, die die landschaftliche Schönheit des Mugello und kulturelle Aspekte verbinden. Sie führen zu Orten, die große italienische Maler wie Giotto und Beato Angelico inspiriert haben, und wo sich berühmte Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Dino Campana und der engagierte Priester Don Lorenzo Milani, Gründer der Scuola di Barbiana, aufgehalten haben.


Trekking

Die Pfade der Maler: Giotto, Cimabue und Beato Angelico

Kunstliebhaber kommen auf der schönen Route I sentieri dei pittori ("Malerweg"), die auf einer Strecke von gut 70 km mitten durch das Mugello verläuft, auf ihre Kosten. Am besten sieht man für diese Tour mehrere Etappen vor, etwa drei bis fünf Tage, um die Vielfalt der Landschaften und des kulturellen Erbes voll auskosten zu können.

Das Leitmotiv dieser Route ist die tiefe Verbundenheit des Mugello mit drei Schlüsselfiguren der italienischen Malerei: Giotto, Cimabue und Beato Angelico. In Vespignano kann man Giottos Geburtshaus besichtigen. Angeblich entdeckte Cimabue hier das Talent des jungen Giotto, als dieser seine Schafe auf einen Stein zeichnete. Weiter geht es nach Vicchio, wo man bei einem Besuch im Museum für sakrale Kunst wichtige Werke von Beato Angelico und anderen lokalen Künstlern sehen kann, die ein wertvolles Zeugnis der sakralen Malerei der Renaissance darstellen. Auf dieser Tour lassen sich schöne Natureindrücke mit dem Interesse für Kunst verbinden, und man taucht ein in eine Atmosphäre, die die Werke der bedeutendsten italienischen Künstler der Renaissance inspiriert hat.

Der “Malerweg” führt durch Kastanien- und Eichenwälder, durch idyllische Flusstäler, und über Hügel und blühende Wiesen, besonders im Frühling. Unterwegs kann man alte Dörfer wie Vespignano, Borgo San Lorenzo, San Piero a Sieve und Vicchio, sowie hübsche romanische Pfarrkirchen (wie die Pieve di San Lorenzo, Sant'Agata und San Giovanni Battista) entdecken. Orte voller Charme und reich an Geschichte, die zum Verweilen einladen, sei es, um die lokale Küche zu probieren oder um hier zu übernachten, und so das Erlebnis komplett und unvergesslich zu machen.


Blühendes Feld

Auf den Spuren von Dino Campana

Wer Poesie und Literatur liebt, darf sich auf den Wanderweg A piedi con Dino Campana ("Unterwegs mit Dino Campana") freuen, die eine schöne, fast immersive Tour im wildromantischen Herzen des Mugello verspricht. Diese Landschaften, die die Kulisse für Dino Campanas ebenso geniale wie qualvolle Existenz bildeten, sind nicht von markierten Wegen mit dem Namen des Schriftstellers durchquert, aber die Luft, die man atmet, und die Wälder, die man durchquert, scheinen immer noch von seinen Worten und seinen Orphischen Gesängen zu vibrieren.

Eine Wanderung auf den Spuren des Dichters beginnt natürlich in Marradi, seinem Geburtsort. Beim Bummel durch die Gassen spürt man das Flair vergangener Zeiten, und sein heute ein Studienzentrum umgewandeltes Haus ist sein Lebenswerk noch immer gegenwärtig. Man kann sich gut vorstellen, wie Campana durch diese Straßen ging, sein Geist bereits in Aufruhr, sein Blick verloren in den Bergen der Umgebung. Unweit von hier liegt das Bergdorf Campigno. Dieses abgeschiedene, wildere Gebiet regte seine Fantasie an, und in seinen Briefen ist die tiefe Verbundenheit dazu erkennbar. Die etwas oberhalb gelegene Festungsruine der Rocca di Castiglione bietet eine weite Aussicht auf das Lamone-Tal. Wenn man von hier oben den Blick über diesen Campana so vertrauten Landstrich des Mugello schweifen lässt, kann man sich unschwer vorstellen, wie dieses Panorama sein dichterisches Schaffen beflügelt haben mag. An diesen Orten denkt man unweigerlich an das intensive Viaggio d'Amore ("Eine Reise namens Liebe") mit Sibilla Aleramo im Jahr 1916. Auch wenn es keine offizielle, ausgezeichnete Besucherroute gibt, kann man die Etappen ihrer damaligen Reise aufsuchen: von Firenzuola (Barco) über das spirituell angehauchte Moscheta, das abgelegene Casetta di Tiara, das malerische Dorf Palazzuolo sul Senio bis zurück nach Marradi. Und dabei sogar die intensive Erfahrung nachempfinden, die als Verbindung von Leidenschaft und Landschaft in diesem Werk zum Ausdruck kommt.

Um sich auf diese auch innere Reise zu begeben, sollte man sich von Dino Campanas Poesie inspirieren und von der Schönheit des Mugello leiten lassen. Jeder Pfad, jedes Dorf, jeder Landschaftseindruck könnte mit einem Vers, mit einem Bild, das seiner Feder entsprang, in Einklang treten, und einen einfachen Spaziergang in ein einzigartiges Erlebnis verwandeln.


Sonnenuntergangsspaziergang

Wanderung auf den Spuren Don Milianis

Ein weiterer Weg im Mugello führt zu den Orten, die mit Don Lorenzo Milani und seiner von einem innovativen Ansatz geprägten Schule in Barbiana verbunden sind. Mehr als eine Wanderung in der Natur ist es schon fast eine weltliche Pilgerreise zu den Orten, die das Denken und Handeln eines außergewöhnlichen Pädagogen prägten. Im Mittelpunkt dieser Route steht natürlich Barbiana, ein Örtchen in der Gemeinde Vicchio, in dem Don Lorenzo Milani mit seiner innovativen Schule unauslöschliche Spuren hinterlassen hat.

Schon bei der Ankunft in Barbiana spürt man eine emotionsgeladene Atmosphäre: die Kirche Sant'Andrea als bedeutungsvoller Mittelpunkt dieser Gemeinschaft, die die Erfahrung eines einzigartigen Bildungsmodells machte. Milanis Ziel bestand darin, soziale Differenzen durch Kultur auszugleichen. Auch wenn die Schule in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr existiert, wirkt der Ort weiterhin besinnlich und regt zur Reflexion an. Beim Wandern durch die umliegenden Hügel schweift der Blick über die Landschaft, die die Überlegungen Don Lorenzo Milanis beeinflusste und oft lebendiges Material für seinen Unterricht lieferte, in welchem er seine Schüler lehrte, die Welt mit bewussten und auch kritischen Augen zu betrachten.

Der Weg schlängelt sich durch Abschnitte von uriger Schönheit und bietet die Chance, über die entscheidende Bedeutung von Bildung als Mittel zur Emanzipation und über den Wert der Sprache als Grundlage für eine Erziehung zu einer mündigen Bürgerschaft nachzudenken. In dieser Umgebung unterwegs zu sein bedeutet auch, die Erinnerung an einen Mann wachzuhalten, der es geschafft hatte, einen kleinen Winkel des Mugello in ein Labor der Ideen und der Hoffnung zu verwandeln, dessen Echo noch heute mit kraftvoller Aktualität widerhallt.


Der Mai ist also der ideale Monat, um das Mugello zu besuchen, und ein Gebiet zu erleben, an dem sich landschaftliche Schönheit mit einem reichen Kulturerbe von unschätzbarem Wert verbindet. Ob Sie als Kunstliebhaber auf den Spuren von Giotto und Beato Angelico wandeln, als Liebhaber der Poesie die Orte besuchen, die Dino Campana inspiriert haben, oder eine Entdeckungsreise auf den Spuren der erzieherischen Botschaft von Don Lorenzo Milani antreten - diese Gegend verspricht eine authentische und zutiefst bereichernde Erfahrung.

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