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Ungewöhnliche Orte zu entdecken: Das Mugello, das du nicht erwartest

Veröffentlichungsdatum  Dienstag, November 5, 2024

Das Mugello ist vor allem für seine berühmte Rennstrecke bekannt, aber tatsächlich ist es eine Region voller einzigartiger und faszinierender Orte, die es zu entdecken gilt. Wenn du ein Mugello-Erlebnis jenseits der typischen Touristenpfade suchst, findest du hier ein paar weniger bekannte, aber dennoch faszinierende Orte, die du auf keinen Fall verpassen solltest.


1. LA VIA DEL LATTE

Wenn du kulinarische Erlebnisse liebst, ist es ein absolutes Muss, das Mugello über seine Bauernhöfe zu erkunden! Auf den Straßen des Mugello entdeckst du zahlreiche Schilder mit der Aufschrift „La Via del Latte“ (Die Milchstraße); diese fruchtbare Region ist Heimat zahlreicher Farmen und Molkereien, die sich auf die Rinderzucht spezialisiert haben.

Besonders hervorzuheben ist Palagiaccio, berühmt für die Herstellung und den Verkauf von Joghurt, Käse und anderen Milchprodukten, die nicht nur in Florenz, sondern in ganz Toskana vertrieben werden. Palagiaccio verfügt sogar über einen eigenen Laden, in dem du vor Ort das aus eigener Milch hergestellte Eis genießen kannst. Neben Palagiaccio gibt es viele weitere Höfe in der Region, die es zu entdecken gilt! Ein toller Anlass hierfür ist der Tag der "Caseifici Aperti" (“Offenen Molkereien“), der jedes Jahr im September stattfindet und diese bedeutende wirtschaftliche Säule des Mugello hervorhebt.

2. VIALE DI PANNA

Eine der schönsten Landschaften im Mugello-Tal ist die Zypressenallee Viale di Panna, die es problemlos mit der berühmten Zypressenallee von Bolgheri aufnehmen kann. Sie erstreckt sich über etwa zwei Kilometer entlang der Provinzstraße 39, gesäumt von majestätischen, jahrhundertealten Zypressen. Diese Straße verbindet den Ort Galliano mit der Ortschaft Panna, die für ihre gleichnamige Quelle bekannt ist. Im Gegensatz zu Bolgheri, das in den letzten Jahren immer bekannter und dadurch belebter wurde, bietet der Viale di Panna eine ruhige, noch unberührte Ecke, in der du die zeitlose Schönheit der Toskana genießen kannst—eine Region, die immer wieder mit ihren bezaubernden Landschaften überrascht.


3. FUTA-PASS UND DER DEUTSCHE SOLDATENFRIEDHOF

Der Futa-Pass liegt auf etwa 900 Metern Höhe in den Toskanisch-Emilianischen Apenninen und ist eine der malerischsten Routen, die Florenz mit Bologna verbindet. Neben spektakulären Aussichten ist der Pass bekannt für den Deutschen Soldatenfriedhof Futa, einen der größten Italiens. Dieser Gedenkort birgt die Überreste von über 30.000 deutschen Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs entlang der Gotenlinie fielen, einer der letzten Verteidigungsstellungen der Nazis in Italien. Der Friedhof, der vollständig aus Firenzuola-Stein gebaut wurde, wurde vom deutschen Architekten Dieter Oesterlen (1911–1994) entworfen und ist das größte von der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge errichtete Mahnmal in Italien. Die Architektur des Friedhofs zeichnet sich durch eine spiralförmige Gestaltung entlang des Berges aus, die vor einer Pyramidenwand endet, die in den Himmel ragt. Die Gräber sind durch 16.000 Granitplatten markiert, auf denen jeweils die Namen zweier Soldaten eingraviert sind. Ein wirklich beeindruckender Ort für Geschichtsinteressierte.

4. LA VIA DEGLI DEI

Eine bei Wanderern beliebte Route ist La Via degli Dei (der Weg der Götter): Ein 130 Kilometer langer Weg, der die Toskanisch-Emilianischen Apenninen überquert und Bologna mit Florenz verbindet.

Es handelt sich um einen historischen Pfad, den ursprünglich die Etrusker nutzten, um den Handel zu erleichtern und die Po-Ebene zu kontrollieren. Später wurde er von den Römern übernommen, die dort 187 v. Chr. die transappenninische Straße namens Flaminia Militare errichteten. Im Mittelalter wurde der Weg zu einem einfachen Pfad, den Reisende nutzten, um das Apennin zu überqueren. In den 1980er Jahren wurde der Weg von einer Gruppe Bologneser Wanderer wiederbelebt und folgt heute weitgehend den alten Wegen.

Der Name „La Via degli Dei“ stammt von den Orten und Bergen, die auf dem Weg durchquert werden, wie Monte Adone, Monte Luario, Monzuno („Berg des Jupiter“) und Monte Venere. Die Strecke lässt sich je nach Fitnessniveau und Vorlieben in 4–6 Tagen zu Fuß oder in 2–3 Tagen mit dem Fahrrad bewältigen. In den letzten Jahren hat La Via degli Dei in ganz Italien an Beliebtheit gewonnen und zählt heute zu den beliebtesten Wanderwegen. Doch Vorsicht: Die Route ist in Etappen unterteilt, die bis zu 30 Kilometer pro Tag mit anspruchsvollen Steigungen umfassen können, daher sollte man gut vorbereitet und in Form sein. Diese Wanderung bietet atemberaubende Landschaften, die von Städten über Dörfer und Burgen bis hin zu abwechslungsreichen Naturkulissen führen und allmählich wieder in die Stadt münden.

5. DIE WASSERMÜHLEN DES MUGELLO

Im Mugello waren Wassermühlen bereits im Mittelalter weit verbreitet und wurden hauptsächlich zum Mahlen von Getreide wie Weizen, Mais und getrockneten Kastanien sowie für Gerste und Hafer zur Viehfütterung genutzt. Auch heute noch gibt es im Mugello zahlreiche Wassermühlen, die besichtigt werden können und einen Einblick in die Geschichte und Traditionen der Region bieten. Diese alten Mühlen zu besichtigen, ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder eine interessante Erfahrung.

Zu den sehenswerten Mühlen gehören:

  • Die Alte Margheri-Mühle in Madonna dei Tre Fiumi, die bereits vor dem Jahr 1000 in Betrieb war und bis heute Kastanienmehl mahlt.
  • Die Faini-Mühle in Grezzano, in der Nähe von Casa d’Erci, stammt aus dem Jahr 1400 und ist heute ein Museum, das das ländliche Leben und die bäuerlichen Traditionen der Gegend zeigt.
  • Die Parrini-Mühle in Sant’Agata, die aus dem 16. Jahrhundert stammt und dank eines Vereins wieder in Betrieb ist, produziert heute noch Brot und Fladenbrot.


6. MUSEUM FÜR LÄNDLICHE KULTUR VON CASA D’ERCI

Für ein authentisches Erlebnis, das dich in die Vergangenheit zurückversetzt, ist ein Besuch der Casa d’Erci in Grezzano (Borgo San Lorenzo) unerlässlich. Dieses zweistöckige Bauernhaus, umgeben vom Grün der Mugello-Hügel, ist heute ein Museum und eine Werkstatt, die der Erinnerung an die ländliche Welt des Toskanisch-Romagnolischen Apennins gewidmet ist. Dieses Museum entstand aus der Leidenschaft und dem unermüdlichen Einsatz der Freiwilligen des Gruppo d’Erci, die seit fast vierzig Jahren die Geschichte, Werte und das Wissen dieser Region bewahren, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Freu dich auf eine Reise in die Vergangenheit des ländlichen Lebens: Du kannst traditionelle Werkzeuge und Maschinen zur Verarbeitung von Trauben und Wein, Geräte für den Getreideanbau sowie Werkzeuge von Maurern und Schmieden besichtigen. Außerdem gibt es Alltagsgegenstände wie Schulmaterial, Geschirr und Töpfe. Die Ausstellung geht auf eine in den 1970er Jahren organisierte Ausstellung in einer Schule im Mugello zurück, bei der bäuerliche Gegenstände gesammelt wurden. Der Erfolg der Ausstellung führte zu dem Entschluss, alles zu bewahren und daraus dieses schöne kleine Museum zu machen. Manchmal entstehen die besten Dinge durch Zufall!

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